Darm und Gehirn im Gespräch
Das Ergebnis: Die Teilnehmer, die unter Stress gesetzt wurden, hatten eine geringere Ausdehnung des Magens als Personen, die entspannt essen konnten. Ganz nach dem Motto „ich habe es satt“, wurde also bei belastenden Situationen ein früheres Sättigungsgefühl erreicht. Nun ist dieser Umstand dem sportlichen Training ähnlich – je häufiger wir ihn trainieren, desto konstanter und stärker wird dieser Zustand. Kinder, die ständig Bauchschmerzen beklagen, leiden möglicherweise unter sozialen Spannungen am Esstisch. Auch Besprechungen und Meetings zum Mittagessen gehören dazu. Über ein frühzeitiges Sättigungsgefühl, Schmerzen oder Spannungen klagen Menschen mit sogenannten funktionellen Oberbauchbeschwerden. Dabei kann der Arzt organisch nichts feststellen, aber die Funktion läuft nur eingeschränkt ab.
Darm und Gehirn – Bauch und Kopf
In unseren obigen Beispielen sind jedoch keine Toxine, sondern die Daueraktivierung des Stresssystems durch psychische Belastungen das Problem. Die genannten Zellen der Körperabwehr konnten aber auch bei den gleichen Belastungen in der Schleimhaut der Speiseröhre in verstärkter Konzentration nachgewiesen werden. Dort erweitern sie die Zwischenräume der Schleimhaut. Der saure Verdauungssaft kann dann ungehindert hindurchtreten und das darunter liegende Gewebe reizen. Das erklärt, warum wir unter Stress Sodbrennen bekommen können oder „sauer“ sind. Die Darmschleimhaut, die als Schutzbarriere dienen sollte, durchlässig wird. Körperfremde Substanzen (bspw. Gluten) und Bakterien können so leichter in den Organismus eindringen und so zu Entzündungsgeschehen führen. Diese sorgen nun für ein Sickness-Behavior. Der Körper unternimmt alles um Energie zu sparen. Damit singt die Motivation, Entscheidungsfreudigkeit und Stimmung.
Nährstoffe für Kopf und Bauch
Wenn wir nun von einer nicht optimalen Verdauung ausgehen, müssen wir uns auch um die Aufnahmefähigkeit von Fett, Protein, Kohlenhydraten und von Mineralstoffen, Vitaminen etc. Gedanken machen. Kann bspw. Fett nicht ausreichend resorbiert werden, sinkt die Membranflexibilität von Zellen und damit auch der Kommunikationsaustausch zwischen ihnen. Eine gereizte Magenschleimhaut produziert kaum noch Intrinsic Faktor für die Aufnahme von Vitamin B12. Dieses Vitamin ist aber nötig für die Bildung der Schutzschicht um unsere Nervenfasern und spielt eine große Rolle als Co-Faktor in der Produktion von Serotonin.